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Napoleon III.

  • Autorenbild: roehlprojekt
    roehlprojekt
  • 14. Okt. 2023
  • 2 Min. Lesezeit

Letzte Nacht habe ich widerum auf dem Parkplatz verbracht und dabei musste ich heute Nachmittag doch noch das Schild entdecken, nach dem es in den Nachtstunden nicht gestattet ist, den Camper dort abzustellen.

Aber die Nacht war ruhig, zumindest bis 4:30, aber selbst dann gab es immer nur das Geräusch des Auf-und Zuziehens einer Camperschiebetür, ohne den Knalleffekt "So, jetzt ist sie zu" zu haben. Zusätzlich blitzte irgendein Licht durch die wenigen Spalten meines Fahrzeuges, die das zuließen. Also Neugier hochfahren, aus dem Bett raus und zu dem Fenster, aus dessen Richtung das Geräusch kam. Und ich sah einen Mann mit Sturmhaube, darauf eine grelle LED montiert, der offensichtlich Dinge in seine Beutel packte und diese dann an, vermutlich, sein Fahrrad hing. Der Statur nach müsste es mein schwedischer Parkplatznachbar gewesen sein, war ja auch dessen Fahrzeug. Zuletzt nahm er dann irgendetwas längeres in die Hand, was tatsächlich wie eine Angel aussah. Aha, also nächtlicher Angelausflug, allerdings, wie ich fand, wegen des langen Räumens, etwas ungeplant. Ich wieder ins Bett, irgendwann hatte der Schlaf mich wieder.

Heute Morgen dann erst den üblichen Pott Kaffee, und auf ging es, auf meine geplante 80km-Runde, einmal um die Bucht herum bis nach Arcachon, und von dort mit dem Boot zurück.

Das Wetter wusste noch nicht so richtig, wie es sich entscheiden sollte, es blieb beim Sonne-Wolkenmix. Irgendwann fing es dann auch leicht an zu nieseln, doch auch das war nach einer halben Stunde wieder vorbei. Gestern hatten wir noch 27Grad, heute waren es nur noch 20 Grad.

Arcachon ist der typische Seebadeort mit entsprechender Promenade und sogar einem Riesenrad.

Berühmt ist Arcachon allerdings für seine Austernzucht. Bereits 1860 ließ Napoleon III. Austernparks anlegen. Für die Überwachung dieser Parks wurden im Watt Hütten auf Stelzen gebaut.

Die Auster selbst braucht 50 Monate von der Larve bis zur Reife. In der Lagune von Arcachon wimmelt es nur so von Austernlarven, die widerum überall hin nach Frankreich zur Aufzucht verteilt werden.

Ich hatte mir gestern ein halbes Dutzend Austern am Cap Ferret gegönnt. Um die Austern aus der Schale lösen zu können, erhält man einen zweizackigen Löffel, mit dem man mit ein wenig Übung die Austern gut herausbekommt. Witzig zu beobachten, dass selbst die an der Quelle sitzenden Franzosen die Austern regelrecht tot polken können.

Napoleon III. war u.a. auch dafür verantwortlich, daß das Gebiet der Gascogne, zu dem auch Cap Ferret und Arcachon gehören, trockengelegt wurden. Dieses Gebiet mit den sogenannten Napoleon-Kiefern gehört nun zu den größten zusammenhängenden Wäldern Europas.

Wer es mit Austern nicht so hat, kann sich auch eben mal an der Straße eine Pizza aus dem Automaten holen.

Hab es selbst nicht probiert, weil ich, als ich den Automaten sah, keinen Hunger hatte.


 
 
 

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