Flip Flops
- roehlprojekt

- 8. Okt. 2023
- 2 Min. Lesezeit
Nachdem ich gestern Abend einen guten Stellplatz gefunden zu haben glaubte( gleich in der Nähe gab es sogar Steintische- und Bänke zum picknicken), klopfte es doch so gegen 21:00 Uhr an meinen Bus und eine sehr aufgebrachte ältere Dame erklärte mir die Welt auf Französisch. Trotz meines freundlichen Einwandes, dass ich kein Französisch spreche und deshalb nur ahnen kann, was sie von mir möchte, stoppte sie ihre Tirade in keinem Moment. Sie gestikulierte wild, zeigte auf die Häuser, auf mich, den Bus, den Ort und erzählte etwas von "police" und "paff". Eijeijei, dachte ich, die Polizei wird doch Falschparker, die sich noch nicht einmal so empfinden, nicht einfach so erschiessen. Die Dame war plötzlich fertig und stapfte erregt davon. Da sie immer wieder in eine bestimmte Richtung gezeigt hatte( dort parkten auch Fahrzeuge, nur nebeneinander und nicht hintereinander), beschloss ich mich den ggf. tödlichen Schüssen der Polizei zu entziehen, in dem ich den Bus umparkte. Die Nacht war sehr entspannt und total ruhig.
Nach meinem ersten Spaziergang und dann mit einem Becher Kaffee in der Hand, kam die Dame wieder. Und sofort übergoss sie mich mit ihrem Wortschwall, nur diesmal fehlte "paff". Puh, Glück gehabt, hab den Kaffee in Ruhe ausgetrunken und hab mich dann auf den Weg gemacht. Die Polizei hatte offensichtlich wichtigeres zu tun, denn sie kam nicht.

Ich hatte die Hoffnung nicht aufgegeben, doch noch einen geöffneten C-Platz mit Dusche zu finden. Also gab es ein neues Ziel mit dem verfügbaren Platz( zumindest auf der Webseite bis Oktober) . Sogar ein Strand war in der Nähe. Am C-Platz prangte dann aber folgendes Schild: wir sind ab April 2024 wieder für sie da. Hurra!
Also dann jetzt baden....Die Strecke zum Strand erwies sich als Klippenwanderweg( gut ausgebaut), aber auch, bei eigenem Wunsch und Fähigkeit, mal zwischen den Felsformationen herumzuklettern. Schon allein um das beste Bild zu schiessen. Es waren eine Menge Wandersleute( well equipt, teilweise sogar mit Wanderstöcken, aber auf jeden Fall mit festem Schuhwerk) unterwegs.
So ganz allgemein sagt man ja unseren asiatischen Erdenbewohnern nach, dass sie jeden schwierigen Weg oder auch Berg mit Flip Flops nehmen. Ich konnte schon einige dabei kopfschüttelnd beobachten.
Allerdings: der einzige Asiate auf dem Weg und zwischen den Steinen war ich. Naja, ich wollte ja auch nur baden.



Ich erreichte meinen Strand ohne mir irgendetwas zu brechen und ging schwimmen.

Das ist im Übrigen die Insel Costaédès. Diese Insel gehört Didi Hallervorden und je nach Ebbe kann er zu Fuß an Land laufen. Die konnte ich direkt von meinem Strand aus sehen und hätte auch rüberschwimmen können.
Heute Abend bin ich in Quiberon auf einem Zeltplatz fast an der Spitze von Quiberon. Dazu musste ich einmal quer über die Insel fahren. Morgen entscheide ich, ob ich hier zwei oder drei Tage bleibe.
Zum Schluss noch eine kurze Bemerkung zu dem gestern erwähnten Klopftest. Bevor doch noch der eine oder andere Meeresfrüchteexperte den Finger hebt: meine Bezeichnung Muscheln war zu allgemein. Denn mit Klopfen geprüft werden die Austern, zumal sie auch im Stück verkauft werden. Die landläufige Miesmuschel dagegen wird nach Gewicht verkauft und da kann es dann schon mal sein, dass ein paar hohle Muscheln dabei sind.
So, ich hoffe, dass ist jetzt auch geklärt🤣.



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